Kapitel 5: Rätselzeit

Robert war nun vor der Spielhalle. Er stieg aufgeregt von dem Tiger. Vor dem Eingang stand wieder der Oger. Der Gnom atmete noch einmal tief durch. Er straffte sich und ging stolzen Schrittes auf den Türsteher zu. Ohne stehen zu bleiben trat er ein. Die Halle war riesig und von Säulen durchzogen.

In einem der hinteren Bereiche waren komische Kästen aufgebaut, die in verschiedenen Farben immer wieder blinkten. In der Mitte waren Tische, die eigenartige runde Auflagen hatten. Im Eingangsbereich wurde an Tischen Karten gespielt. Robert ging langsam auf die Kartentische zu.

Bevor er nach der Bleibe des Mordopfers suchen würde, wollte er sich einen Überblick verschaffen. An einem der Tische war noch ein freier Platz. Robert setzte sich dorthin und hörte sofort von einem streng aussehenden Goblin “Einsatz?“ Auf dem Namensschild stand Spielleiter. Robert verstand und gab dem Goblin einige Goldmünzen. Dieser gab Robert Münzen zurück. Diese waren jedoch nicht aus Gold, sondern auch Plastik. Robert kannte diese Art von Kartenspiel nicht.

Er kannte nur Mau-Mau, dieses Spiel war bestimmt eine Abwandlung von Mau-Mau. Überall um den Tisch herum nannten die Leute es „Poker“. In der nächsten Runde bekam Robert seine Karten, zwei Stück an der Zahl. Robert war gut in Mau-Mau nicht umsonst hieß er Grinsmau! Einige Runden später wurden ein paar Karten aufgedeckt. Eine davon passte nach den klassischen Mau-Mau-Regeln mit einer Karte die Robert auf der Hand hielt überein. Robert grinste und legte kraftvoll eine Karte auf den Tisch, dabei rief er laut „MAU!“. Alle schauten ihn entgeistert an. Robert verstand die verwirrten Gesichter nicht.

Ein Oger hob ihn hoch und setzte ihn abseits des Tisches mit den Worten „Lass uns in Frieden, du Störenfried!“ ab. Robert zuckte mit den Schultern, er hatte nicht vor aufzufallen. Er schaute sich um, dabei lief er ein wenig umher. Überall hörte er Gespräche die den einarmigen Banditen verteufelten. Der hatte anscheinend schon viele Menschen in der Halle ausgenommen. Robert hoffte ihm nicht zu begegnen, so etwas konnte er nicht gebrauchen. Während er so vor sich hin grübelte, kam er zu den Tischen in der Mitte.

Jetzt sah er auch was in den runden Tischauflagen vor sich ging. Eine Kugel bewegte sich immer in der Runde herum. Auf dem Boden der Auflage waren viele Nummern eingraviert. Robert dachte nach, erkannte ein Spiel mit vielen Zahlen. Es hieß Bingo, es wurden Zahlen vorgelesen und irgendjemand rief immer „BINGO!“.

Robert fand das völlig willkürlich, er gesellte sich zu dem Tisch dazu. Gerade wurde eine neue Kugel in die drehende Auflage geworfen als die Kugel stoppte holte Robert Luft und schrie laut „BINGO!“. Niemand sonst sagte es, alle schauten Robert nur irritiert an oder lachten. Ein Mensch klopfte ihm auf die Schultern und krümmte sich vor Lachen. Robert runzelte die Stirn. Er wollte doch nicht auffallen.

Schnell zog er sich aus der Menge raus. Er schritt jetzt mehr an den Wänden entlang, ein Gang führte aus der Halle weg. An der Wand stand geschrieben „Privat – Betreten verboten!“. Auf halber Strecke des Ganges stand ein Ork. Robert steuerte auf diesen zu. Das Wesen blickte zu ihm herab und sagte ihm, dass das Betreten verboten sei. Robert hielt dem Blick des Orks stand. Er erzählte ihm, dass er in dem Mordfall von Herrn Clüny ermitteln würde. Der Gnom zeigte seinen Angestelltenausweis der Stadt Hochgrund vor und führte weiter fort, dass er hinzugezogen wurde, da Tieftor momentan keine Mitarbeiter frei hätte. Die Miene des Orks hellte sich sofort auf. Er war erfreut, dass sich endlich jemand um den Mordfall kümmerte.

Robert fragte ihn ob Herr Clüny hier ein Büro hätte oder sogar eine Wohnung. Der Ork nickte und bestätigte, dass Ralf Clüny hier gewohnt und gearbeitet habe. Robert bat darum in das Zuhause des Ermordeten eintreten zu dürfen. Er führte fort, dass er sich nach möglichen Verdächtigen umschauen wollte. Der Ork nickte und deutete Robert ihm zu folgen.

Er ging den Gang bis zum Ende, dort war erst eine normale Treppe nach oben, anschließend eine Wendeltreppe. Der Treppenkomplex sah karg aus. Als sie oben waren, war dort eine massive Tür. Der Ork schloss diese auf und öffnete sie. Robert bedankte sich, während sich der Ork zum Gehen wandte. Er machte die Tür hinter sich zu. Der Gnom war erstaunt, er hatte sich die Wohnung größer vorgestellt.

Das bedeutete natürlich nicht, dass die Behausung klein war. Doch Robert dachte, dass Herr Clüny die ganze Fläche der Spielhalle nutzen würde. Die Wohnung bestand aus sechs großen Räumen. Robert ging einmal kurz in jedes Zimmer, ein großes Schlafzimmer, ein riesiger Wohnraum, ein Arbeitszimmer, ein Badezimmer, eine Küche und ein Speisesaal. Ja es war schon ein Speisesaal. Robert ging zuletzt in das Arbeitszimmer, dort begann er sich umzusehen. Ein großer Tisch, der sehr edel aussah. Einige Bücherregale und verschiedene Bilder schmückten die Wände.

Robert begab sich zum Schreibtisch. Darauf lag ein recht dickes Buch mit ledernem Einband. Er nahm das Buch und schlug es auf, es war das Tagebuch von Ralf Clüny. Robert blätterte die ersten Seiten durch. Auf der zweiten Seite fand er nur eine große vier mit einem Kreis herum. Sonst war die Seite leer. Robert runzelte die Stirn, schenkte der Nummer aber keine weitere Beachtung. Nachdem er einige Seiten überflogen hatte, legte er das Buch wieder beiseite.

Er schritt weiter im Zimmer umher und bemerkte, dass ein Bild im Zimmer schief an der Wand hing. Robert nahm es von der Wand ab und er wollte es gerade aufhängen. Er dreht das Bild kurz um, damit er die Lasche zum Aufhängen sehen konnte. Auf der Rückseite des Bildes war eine große acht. Auch um diese Ziffer wieder ein Kreis. Robert legte die Stirn in Falten. Was bedeuteten die beiden Zahlen. Er hängte das Bild an die Wand.

Darauf war Ralf Clüny mit einem Pokal zu sehen. Er war beschriftet mit „Sommerturnier – 1. Platz“. Der Schimpanse sah sehr stolz darauf aus. Robert setzte sich an den Schreibtisch. An der Wand gegenüber des Tisches hing ein weiteres recht großes Bild.

Darauf war ein Tresor abgebildet. Robert grinste, sollte sich dahinter etwas verbergen? Ein sehr subtiles Versteck. Robert stand wieder auf und ging zu dem Bild. Er hängte es ab und tatsächlich dahinter war ein Tresor in die Wand eingelassen. Es war ein Schloss mit Schiebeziffern. Man konnte Ziffern von 0-9 wählen. Vier Ziffern bildeten die Geheimnummer. Robert dachte nach.

Die Nummern die er zufällig gesehen hatte machten Sinn. Sie verbargen die Lösung. Robert musste lächeln, Herr Clüny hatte ihm etwas Hilfe dagelassen. Zwei der vier Ziffern kannte er nun, die anderen beiden waren bestimmt auch in dem Raum versteckt.

Robert kannte sich nicht sehr gut mit Tresoren aus. Jedoch wusste er, dass die meisten eine Schutzfunktion hatten. Wenn mehrmals eine falsche Ziffernkombination eingegeben wurde, würde sich der Tresor für immer verschließen.

Robert sah sich im Raum um, außer den beiden Bildern waren nur noch drei Bücherregale zu an den Wänden. Er setzte sich wieder an den Schreibtisch und dachte nach. Die beiden Bilder hatten Hinweise. Eines eine Nummer und das andere den Tresor. Die drei Bücherregale hatten bestimmt auch einen Zweck. Robert schaute sich die Regale an, in dem untersten waren nur vier Bücher, die beiden anderen Regale waren komplett gefüllt. Außer dem Obersten, dort war der Platz von einem Buch frei.

Robert ging zu den Regalen. Er seufzte. Gnome waren nicht besonders groß und er konnte noch nicht einmal das erste Regal erreichen. Er brauchte eine Leiter. Robert hoffte der Ork hätte etwas für ihn.

So verließ er die Wohnung von Herrn Clüny und ging die Treppen nach unten. Der Ork stand wie einige Zeit vorher starr im Gang. Robert grüßte ihn und der Ork drehte sich zu ihm. Der Gnom erklärte ihm sein Problem, wie zu erwarten konnte sich das größere Wesen ein Lachen nicht verkneifen. Das war Robert gewohnt und es machte ihm nicht viel aus.

Der Ork verstummte, bevor er ins Lager ginge wollte er sich Robert vorstellen. Dies hatte er vorhin vergessen. Er sagte Robert, dass sein Name Erhart Kessler ist.

Er arbeitete schon seit Jahren in der Spielhalle als Sicherheitsangestellter. Mit diesen Worten schloss er das Tor ab, das den Eingang zu dem langen Flur und der Spielhalle bezeichnete. Er sagte, solange er weg sei dürfte niemand reingehen.

Robert sollte bei der Treppe warten. Während er wartete dachte er darüber nach, ob er in dem Tresor irgendetwas finden würde was ihm weiterhelfen könnte.

Er hoffte es, denn er hatte noch immer keinen Anhaltspunkt wer den Schimpansen umgebracht haben könnte.

Aus welchem Motiv heraus wurde er ermordet? Robert zuckte mit den Schultern.

Er musste kurze Zeit auf den Ork warten, der mit einer Leiter wiederkam. Anscheinend war diese sogar eine Gnom-Goblin Leiter. Diese Modelle hatten viele nahe beieinanderliegende Stufen. Der Ork trug ihm die Leiter die Treppen hoch, bis in das Arbeitszimmer seines toten Chefs. Er wünschte dem Gnom viel Erfolg und verließ die Wohnung wieder. Robert richtete die Leiter aus und ging zuerst nach ganz oben.

Dort waren Ordner mit Abrechnungen und der freie Platz würde genau für das Tagebuch passen. Robert schaute zwei Ordner flüchtig durch. In denen sah er aber nichts Interessantes. Er stieg etwas nach unten zu dem mittleren Regal. Auch hier waren wieder nur Ordner mit Abrechnungen. Zwischen zwei Ordnern war allerdings ein kleiner Abstand. Er fasste dazwischen und holte ein Buch heraus.

Das Buch war der meistgelesene Roman im Land. Er stieg die Leiter hinab und legte das Buch auf den Schreibtisch. Anschließend stieg er wieder auf die Leiter und schaute sich das unterste Regal an.

Hier waren nur vier Bücher. Er schaute sich jedes Buch an, es waren allerdings nur Ratgeber für Geschäftsführung oder Anleitungen für Steuererklärungen. Als er das zweite Buch in der Hand hielt sah er das auf dem Boden des Regals eine Eins. Um diese war auch wieder ein Kreis. Nun hatte er schon drei Zahlen. Robert stieg die Leiter wieder hinab. Drei Zahlen: vier, acht und eins. Was war die vierte? Jedes Regal und jedes Bild hatte einen Hinweis. Außer dem Regal in dem der Roman stand. Robert hielt inne. Sollte die letzte Nummer etwa in dem Buch sein.

Der Roman handelte von einer Seuche. Es ging um Schweiß der Wesen altern lässt. Er nahm den Roman in die Hand und schaute ihn sich an. Es war die dritte Ausgabe des Buches.  Auf dem Einband fiel ihm direkt eine sechs mit einem Kreis herum auf.

Nun hatte er also alle vier Zahlen. Robert setzte sich wieder an den Schreibtisch. Er notierte sich alle Zahlen und konzentrierte sich auf die vier Ziffern. Er überlegte eine Zeit kam aber nicht dahinter welche sinnvolle Kombination es sein könnte.

Er schaute sich im Arbeitszimmer um und begutachtete noch einmal jeden Fundort. Robert begann zu lachen. Sollte es möglich sein, dass Herr Clüny sogar die Reihenfolge versteckt hatte? Das Bild mit dem Pokal für den ersten Platz, das Versteck für die Ziffer acht. Erster Platz, vielleicht ein Hinweis für die erste Stelle. Dann das Tagebuch, auf der zweiten Seite war die Ziffer vier. Ein Hinweis auf die zweite Stelle? Der Roman war in der dritten Ausgabe, beschrieben mit der Ziffer sechs. Auf dem Bücherregal standen vier Bücher, auf dem Boden des Regals die Ziffer eins. Robert sprang auf und schritt zum Tresor. Er schloss die Augen und hoffte, dass seine Idee die richtige war.

Dann begann er mit leicht zitternden Händen die Ziffern einzustellen. Acht-Vier-Sechs-Eins. Klick. Die Tresortür öffnete sich einen Spalt. Robert zog sie auf. Es lagen nur ein Buch und ein Brief darin. Robert nahm beides heraus und schloss den Tresor wieder. Nun setzte er sich zurück an den Schreibtisch. Er legte den Brief auf den Tisch und widmete sich dem Buch. Auch dies war wieder ein Tagebuch.

Er las ein paar Zeilen, verstand aber nur wenig. Das was er verstand ging hauptsächlich um die Expansion der Spielhalle. Robert blätterte ein wenig, legte das Buch allerdings danach beiseite. Nun las er sich den Brief durch.

Er handelte über eine Brandrodung des Waldes. Der naheliegende Wald sollte vernichtet werden um dort Platz für die Ausbreitung der Spielhalle zu schaffen.

Robert schüttelte den Kopf. Das Schreiben sagte allerdings, dass die beantragte Rodung nicht genehmigt wurde. Ein handgeschriebener Kommentar darunter „Rodung wird durchgeführt!“ lies Robert stocken.

Er legte die Stirn in Falten und nahm sich wieder das Buch. Er blätterte und überflog die Seiten, hoffentlich würde er hier mehr Informationen finden. Nach einigen Seiten las er einen großen Abschnitt konzentriert.

Die Zeilen beschrieben, dass Herr Clüny einen Plan hatte illegal den Wald zu vernichten. Er hatte anscheinend mit einigen Kriminellen einen Ablaufplan um den Wald zu verbrennen.

Robert schloss das Buch, er hatte jetzt einige Informationen mehr. Die Verbrennung des Waldes könnte das Motiv sein den Schimpansen zu ermorden. Der Gnom steckte sich die neuen Beweise ein, brachte das Zimmer in den alten Zustand und hing auch wieder das Bild über den Tresor.

Anschließend ging er noch einmal in jedes Zimmer. Er wollte schauen ob er irgendwas übersehen hatte. Robert fand jedoch nichts und verließ die Wohnung. Langsam ging er die Treppen herab. Er fragte sich wer von dem illegalen Unterfangen erfahren hatte und wer den Wald ohne Rücksicht schützen wollte. Robert kam an dem Ork vorbei und sagte ihm, dass er nicht viel Neues gefunden hatte. Er würde sich bei ihm melden falls es Neuigkeiten gäbe.

Robert ging nun wieder in den Spielhallenbereich, die Halle war sehr voll und Robert schob sich an den Wesen vorbei. Es dauerte ein wenig bis er zum Ausgang kam.

Als er draußen war fühlte er die frische Luft und genoss sie einen Moment. Es war dunkel und der Mond stand hoch am Himmel. „Vollmond.“ sprach Robert leise. Er schaute sich nach einem Transportmittel um was ihn zurück nach Tieftor bringen könnte. Kein einziges Taxi war zu sehen und die meisten Wesen die sich draußen aufhielten waren nicht mehr ganz nüchtern.

Robert erinnerte sich an die Worte von Bartolomäus. Er könnte auch eine Strecke durch den Wald laufen. Der Vollmond würde ihm bestimmt genügend Licht geben, damit er den Boden sehen konnte. Außerdem brannte in Tieftor ja das große Jahrmarktsfeuer. So konnte er das Dorf schon von weitem sehen.

Robert fasste sich ein Herz und ging auf den Wald zu. Er war etwas müde, das ganze nachdenken über den Mordfall hatte ihn einiges an Kraft gekostet. Mit langsamen Schritten betrat er den Wald und ging in einer geraden Linie von der Spielhalle weg.

Es kam jedoch anders, als Robert es sich vorgestellt hatte. Die Bäume wurden so dicht, dass er schon nach kurzer Zeit die Spielhalle nicht mehr sehen konnte. Die dichten Baumkronen verdeckten den Mond und so konnte Robert fast gar nichts mehr erkennen. Er wollte dennoch nicht zurückgehen, dazu war er zu stur. Er machte kleine Schritte um nicht zu stolpern. Die dunkle Atmosphäre begann Robert Angst zu machen. Er beschleunigte seine Schritte und drehte den Kopf hin und her. Ein komisches Gefühl machte sich in ihm breit. Seine Nackenhaare standen zu Berge und er fühlte wie sein Herz schnell in seiner Brust schlug.

Robert hatte das Gefühl als wäre da jemand der ihn beobachtet. Er wusste, dass die Vorstellung nicht real war. Wer sollte einen Gnom schon verfolgen. Roberts Gedanken kreisten nur noch darum. Eislöwen, Königsvipern, Säbelzahntigerenten, gezähnte Riesendackel, wilde Wölfe.

Eigentlich würde ein Gnom für ziemlich viele wilde oder gefährliche Wesen einen leckeren Snack abgeben. Robert begann etwas zu zittern und beschleunigte weiter seine Schritte. Die Vorstellung verfolgt zu werden ließ ihn Dinge sehen die nicht da sein konnten. Als er einmal hinter sich sah, dachte er ein paar rote Augen würden sich hinter ihm her bewegen. Er hörte Äste die hinter ihm zerbrachen. Robert versuchte sich immer wieder zu beruhigen.

Natürlich war er nicht alleine in dem Wald, hier waren viele Tiere. Darunter viele liebe Tiere. Kurzbeingazellen, Langhaarzebras, kleine Fuchshunde. Dann wären da natürlich noch tollwütige Riesennashornschnecken und Dreiklauenadlergreife. Robert konnte sich nur auf die Gefahren konzentrieren.

Er beschleunigte weiter seine Schritte, mittlerweile rannte er schon fast. Er stolperte, über einen Ast oder einen Stein und fiel hin. Er setzte sich auf. Robert atmete tief durch. Plötzlich fühlte er warme Luft an seinem Nacken, fast als würde irgendjemand ausatmen. Robert schloss die Augen und betete, dass er sich das alles bloß einbildete.

Er fasste seinen Mut und drehte sich um, er blickte geradewegs in ein paar große rote Augen. Ein Knurren wurde ihm entgegengebracht. Robert schrie einen stummen Schrei und sprang auf. Er begann zu rennen, so schnell wie ihn seine kurzen Gnombeine tragen konnten. Er fühlte wie die Augen an ihn geheftet waren. Robert rannte schnaufend geradeaus, er war es nicht gewohnt zu rennen. Doch die Angst trieb ihn voran.

Er wusste noch nicht einmal was ihn verfolgte. Nur diese Augen hatte er gesehen, das reichte ihm. Dicht hinter ihm hörte Robert in einigen Abständen ein Knurren. Der kleine Gnom sprintete weiter. Er glaubte seinen Augen kaum als er Licht sah, es musste das Jahrmarktsfeuer sein. Robert sammelte seine Kräfte und legte das letzte Stück zurück.

Er sah Sterne und bekam nur noch wenig Luft. Seitenstiche schmerzten ihn und seine Beine taten weh. Nun sah er das Haus von Bartolomäus vor sich, das war seine Rettung.

Er schaute nicht mehr hinter sich, die Schritte bis zu der Eingangstür legte er in einem – für einen Gnom – sehr schnellen Tempo zurück. Er hämmerte gegen die Tür, nach kurzer Zeit wurde sie geöffnet und er sah den großen Menschen. Er lächelte. Das nächste was er sah war der Sternenhimmel. Dann verlor er das Bewusstsein.

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